Bei den Bienenfressern in Rheinland-Pfalz


Bienenfresser beim Anflug

Im Mai 2019 Jahres war ich wieder bei den Bienenfressern in Rheinland-Pfalz. Ich habe das Glück, dass ich in der Nähe Verwandte habe, so dass ich mit dem Fahrrad zur Kiesgrube fahren kann, wo inzwischen einige Hundert dieser bunten Vögel brüten. Neben dem Eisvogel ist der Bienenfresser wohl der farbenprächtigste Vogel in Deutschland und deshalb bei FotografInnen sehr beliebt.


Konflikte vorprogammiert

Streit unter Bienenfressern

Der Standort ist inzwischen recht bekannt und dank des örtlichen NABUs gibt es eine tolle Beobachtungshütte, aus der man die Vögel super fotografieren kann. Das hat den Nachteil, dass es in den drei Monaten, in denen die Vögel hier sind, schon recht voll werden kann. Die Kiesgrube, auf der sich die Hütte sowie die Kolonie der Bienenfresser befindet, ist allerdings noch in Betrieb und das Grundstück im Besitz der Betreiberfirma. Die wenigen Stellplätze, die sich entlang der Zufahrtsstraße befinden, reichen für die vielen Besucher bei weitem nicht aus. So kommt es immer wieder zu Konflikten, da einige FotografInnen ihre Autos einfach Kreuz und Quer am Straßenrand abstellen und somit die schwer beladenen LKWs der Kiesfirma behindern. Überdies hinaus wird die Straße auch von vielen Landwirten benutzt, die mit ihren schweren Maschinen auf die anliegenden Felder wollen. Ärger ist also vorprogrammiert. Der NABU versucht deshalb immer wieder zu vermitteln und weist die Besucher auch im Internet auf die Situation hin. Dennoch halten sich nicht alle an den Rat, das Auto zwei Kilometer entfernt auf einem öffentlichen Parkplatz abzustellen und den Rest zu Fuß zu laufen. Nein, man möchte direkt vor der Hütte parken, um die schwere Ausrüstung nicht allzu weit tragen zu müssen – ein tolles Naturerlebnis. Ich hoffe nächstes Jahr wird es besser, so dass der Betreiber der Kiesfirma dem NABU die Erlaubnis nicht wieder entzieht. Das wäre für alle Beteiligten sehr schade.

Streit unter Bienenfressern

Früh Aufstehen lohnt sich

Um gute Bilder machen zu können, sollte man schon sehr früh an der Hütte sein, so dass man noch einen guten Platz findet. Es ist nicht so, dass der Ort immer voll ist. So hatte ich Tage, an denen man nur zu zweit oder zu dritt dort ist. Das ist sehr angenehm und man kann sich voll und ganz auf die herrlichen Vögel konzentrieren. Aber es gab auch einige Tage, da es sich eher wie auf einem Festival anfühlte – deshalb am besten nur unter der Woche hingehen. Überdies hinaus hat man auch die Möglichkeit andere Tiere, wie Kuckuck, Nachtigall, Dorngrasmücke, Rehe und Füchse, um die Hütte herum zu beobachten.


Naturerlebnis pur - eher nicht

Ich muss zugeben, dass manche FotografInnen schon sehr merkwürdige Gesellen sind und ich es doch vorziehe zusammen mit einem Freund irgendwo allein unterwegs zu sein. Mir schien es oft so, dass sich viele FotografInnen eigentlich gar nicht für die Vögel interessierten, sondern nur für das perfekte Foto. So wurde auch eher über die eigene Ausrüstung geredet als über die Bienenfresser. Dadurch war die Atmosphäre manchmal ziemlich merkwürdig. Man kann nicht sagen, dass man ein schönes Naturerlebnis hat, wenn man zusammenquetscht mit einem halben Dutzend FotografInnen in einer kleinen Hütte sitzt und hinter einem die LKWs vorbeidonnern. Aber ab und an, wenn man fast alleine in der Hütte war und kein Lärm zu einem herübergetragen wurde, war es wirklich schön, den hunderten Vögeln bei ihrem Alltag zuzusehen und einige schöne Aufnahmen machen zu können.


Galeria: Bienenfresser - Bunter gehts kaum


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© 2020 by Daniel Jakli