"Wildlife" mitten in Wiesbaden - der Biebricher Schlosspark


Das Biebricher Barockschloss

Wacholderdrossel
Häufig im Park zu beobachten: die Wacholderdrossel

Bereits kurz nach unserem Umzug in die Region stattete ich dem Biebricher Schlosspark einen Besuch ab und war sehr beeindruckt von der Größe des Barockschlosses sowie des Parks. Über die Stadtgrenzen hinaus ist der Park vor allem für seine lautstarken Papageien bekannt, die sich gerne in den gigantischen Platanen niederlassen. Aber nimmt man sich etwas Zeit, kann man noch viele andere Tierarten entdecken, die im Park ihr Zuhause haben, wie Kaninchen, Sing- und Wasservögel sowie zahlreiche Eichhörnchen. Es soll sogar einen Fuchs geben, den ich leider bis jetzt noch nicht zu Gesicht bekommen habe.





Die Papageien im Biebricher Schlosspark

Halsbandsittich an Platane

Da ich bereits einen eigenen Artikel über die verschiedenen Papageienarten in der Region veröffentlich habe, werde ich hier nur kurz auf die verschiedenen Arten, die man im Park beobachten kann, eingehen. Am häufigsten ist sicherlich der Halsbandsittich, gefolgt vom großen Alexandersittich. Die beiden Vogelarten sehen sich auf den ersten Blick recht ähnlich, doch kann man sie leicht an der Form und Farbe des Schnabels unterscheiden. Der Alexandersittich hat einen deutlich größeren Schnabel, der komplett rot gefärbt ist. Beim Halsbandsittich hingegen ist der Unterschnabel dunkel gefärbt und deutlich kleiner. Eine weitere Art ist die Amazone, genauer gesagt ein Hybrid aus Blaustirn- und Venezuelaamazone. Von diesen Hybriden gibt es allerdings nur eine Handvoll Individuen im Park und man muss schon etwas Glück haben, sie zu sehen.





Die Wasservögel am Mosburgweiher

Ein bunter Wintergast - Mandarinente

Im hinteren Teil des Parks liegt die Mosburg und der sogenannte Mosburgweiher. Hier tummeln sich einige für diese Art von Gewässer typische Wasservögel, wie Stockenten, Bläss- und Teichhühner sowie einige Nil-, Grau- und Kanadagänse. Mit etwas Glück lassen sich aber auch Kormorane, Graureiher, Lachmöwen und Zwergtaucher beobachten. Gelegentlich mischt sich auch eine farbenfrohe Mandarinente unter die genannten Wasservögel. Diese Entenart stammt ursprünglich aus Ostasien und gilt wie die Sittiche als Gefangenschaftsflüchtling bzw. Neozoen. Wegen ihres äußeren Erscheinungsbild wurde sie schon vor Jahrhunderten in Europa als Ziervogel gehalten. Gefangenschaftsflüchtlinge und gezielte Ansiedlungen führten nach und nach zu einer stabilen wildlebenden Population auch in Europa. Das Exemplar, das ich im Biebricher Schlosspark fotografieren konnte, hält sich allerdings die meiste Zeit des Jahres wohl am Schiersteiner Hafen auf und ist nur gelegentlich im Schlosspark zu sehen.





Die Kaninchen an der Orangerie

Wildkaninchen bei den Stallungen

Eine weitere Tierart, die man besonders am frühen Morgen oder am frühen Abend zu Gesicht bekommen kann, ist das Wildkaninchen. Diese äußerst putzigen Tiere halten sich am liebsten an der Orangerie und den angrenzenden Stallungen auf, wo sie wohl auch ihre Bauten haben. Im Frühjahr ließen sich die jungen Kaninchen besonders gut an den Stallungen und der angrenzenden Wiese fotografieren. Zu Beginn trauten sie sich allerdings nie weit von ihrem schützenden Unterschlupf weg. Eine leichte Bewegung meinerseits oder ein lautes Geräusch aus der Umgebung reichte schon, um sie zu erschrecken. Dann huschten sie schnell unter einem der Stalltore hindurch, nur um einige Minuten später wieder vorsichtig hervorzulugen.


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