Wildes Eltville - die Artenvielfalt vor der eigenen Haustür


die kurfürstliche Burg in Eltville

Als ich letztes Jahr nach Eltville gezogen bin, war ich zunächst etwas enttäuscht von der geringen Artenvielfalt die ich hier vorfand. Allerdings ließ ich mich wohl auf den ersten Blick dadurch täuschen, dass das Jahr schon etwas vorangeschritten war und viele Vogelarten schon ihr Brutgeschäft abgeschlossen hatten sowie ein Großteil der Wiesen und Blühstreifen bereits gemäht waren. Außerdem kannte ich mich auch noch gar nicht wirklich aus und wusste eben auch nicht, wo wer und was zu finden war. Inzwischen kenne ich eine Handvoll spannender Spots, an denen man allerhand Arten antreffen kann. Von Vögeln, Schmetterlingen und Eidechsen ist alles dabei. Nur Säugetiere habe ich noch nicht wirklich vor die Linse bekommen (außer Igel und Eichhörnchen). Aber ich hoffe, dass ich hier ja erstmal ein paar Jahre wohnen bleibe und mir das dann auch irgendwann noch gelingt.



Die Vogelwelt in Eltville

Waldohreule

Besonders angetan bin ich von den Waldohreulen, die hier in unserer Nachbarschaft leben und laut den Anwohnern schon seit Jahren jedes Jahr hier ihre Brut aufziehen. Ab Mai/Juni kann man die Jungvögel vor allem nachts rufen hören. Aber auch schon am frühen Abend sind sie manchmal aktiv. Sie sind sehr an die Menschen gewöhnt, sodass man sie gut fotografieren kann. Dieses und letztes Jahr waren es jeweils drei junge Waldohreulen, die vom Elternpaar großgezogen wurden. Schon recht früh verlassen Waldohreulen ihr Nest und erkunden zunächst kletternd ihre Umgebung. Dadurch sind sie häufig, wenn man sie abends sucht, woanders anzutreffen. Meistens sitzen sie aber nur ein paar Bäume weiter und machen mit lauten Rufen auf sich aufmerksam.

Weitere Vögel, die ich ablichten konnte, sind unter anderem Neuntöter, Schwarzkehlchen, Dorngrasmücke, Alexandersittich, Hausrotschwanz und Jagdfasan.


Reptilien in Eltville

junge Äskulapnatter

Eine Besonderheit in Eltville ist sicherlich die Äskulapnatter, die nur in ganz wenigen anderen Regionen in Deutschland vorkommt. Im Kloster Eberbach kann man sie mit ein wenig Glück finden. Aber auch unten in der Stadt gibt es sie. Im Frühjahr hatten wir sogar eine junge Äskulapnatter in unserem Waschkeller. Leider habe ich bis jetzt immer nur junge Exemplare in Eltville gesehen. Ich hoffe, dass sich das irgendwann mal ändert, denn ausgewachsen werden sie bis zu 150cm lang und sind sehr beeindruckend.


Neben der Äskulapnatter gibt es noch weitere Reptilien in Eltville, die ich bis jetzt fotografiert habe. Zum einen die Mauereidechsen, die man entlang des Rheinufers leicht entdecken kann, zum anderen die deutlich kleineren Waldeidechsen, die ich ebenfalls im Kloster Eberbach finden konnte. Die Bilder der Zauneidechsen sind leider auf meiner Festplatte verschollen.


Schmetterlinge und co.

Segelfalter auf der großen Hub

Ein Highlight des Jahres war sicherlich der Segelfalter, den ich auf der großen Hub fotografieren konnte und der sich längere Zeit auf einer Pflanzenblüte ausruhte. Neben dem besagten Segelfalter kann man dort oben auf den Wiesen sowie auf den Blühstreifen entlang der Wege vor allem Schachbrettfalter und das Kleine Wiesenvögelchen entdecken. Einen Schwalbenschwanz, den ich dort oben eigentlich auch erwartet hatte, konnte ich trotz größerer Vorkommen von Wilder Möhre bis jetzt nicht finden. Dafür hatte ich kurz nach unserem Einzug das Glück zwei Igel am hellichten Tag zu begegnen - bis dahin hatte ich sie immer nur nachts umherstreifen hören. Sie sind ja nicht gerade leise, wenn sie grunzend durch das Laub rascheln. Ein anderes Säugetier, dass hier natürlich auch nicht vergessen werden darf, ist das Eichhörnchen, dass man hier zum Glück noch täglich beobachten kann. Ab und an sieht man zwar auch noch Hasen und Rehe in den Weinberger, die ich aber leider noch nicht erwischen konnte.



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© 2020 by Daniel Jakli