Gottesanbeterin, Palast und Co. - Urlaub auf Kreta 2021


Wanderung am Keri-Wald

Anfang November waren wir einige Tage auf der Insel Kreta. Dabei hatten wir ziemliches Glück mit dem Wetter. Bei um die 25 Grad konnten wir sogar noch schwimmen gehen und viel Sonne für die kalten Wintermonate in Deutschland tanken. Neben den Stunden am Strand wollte ich natürlich so viel wie möglich von der hiesigen Flora und Faune entdecken. Doch war das in der kurzen Zeit gar nicht so einfach, denn wie auch bei uns wurde es natürlich schon früh dunkel. Nichtsdestotrotz hatte ich ab und an die Gelegenheit einige interessante Arten zu entdecken und manchmal auch das Glück ein paar zeigbare Aufnahmen zu machen. Doch bevor ich zu den Lebewesen der Insel komme, noch ein wenig Geschichte.




Rethymno und Knossos

Rekonstruktion in Knossos

Unsere Unterkunft befand sich in der Nähe von Heraklion, der Hauptstadt der größten griechischen Insel. Wir hatten zwar einen Mietwagen, doch wenig Lust weite Fahrten auf uns zu nehmen, und so lagen unsere Ausflugsziele meistens in der näheren Umgebung. Natürlich besuchten wir auch den Palast von Knossos, den größten minoischen Palast auf Kreta, der wenige Kilometer südlich von Heraklion liegt. Die Überreste der ältesten Palastanlage stammen aus der Zeit von 2000 v. Chr. Er wurde allerdings mehrmals zerstört und neu aufgebaut. Die jüngste Anlage soll 1300 Zimmer gehabt und zum Teil bis zu 5 Stockwerke aufgewiesen haben. Heute sind einige Teile des früheren Palastes begehbar und ein paar Rekonstruktionen versuchen den Besuchern die frühere Pracht näherzubringen.



Leuchturm von Rethymno

Eine längere Fahrt unternahmen wir nach Rethymno. Die Hafenstadt ist bekannt für ihren schönen kleinen Hafen samt Leuchtturm und Badestrand sowie eine eindrucksvollen Festungsruine, der sogenannten Fortezza. Diese stammt aus dem 16. Jahrhundert als die Insel unter der Herrschaft der Republik Venedig stand. Die Anlage ist in einem sehr gepflegten Zustand und der Eintritt von ein paar Euro lohnt sich auf jeden Fall. Zumal man einen schönen Ausblick auf die Stadt, das Meer und die umliegenden Berge hat.



Mantiden auf Kreta

mantis religiosa auf einer Mauer

Doch nun zur Fauna: eine der tollsten Begegnungen während unseres Aufenthalts hatten wir sicherlich mit der europäischen Gottesanbeterin, die ich tatsächlich am Parkplatz unseres Hotels entdeckte. Sie kauerte auf einer kleinen Steinmauer und bewegte sich in einem für die Art typisch wiegenden Schritt langsam vorwärts. Dabei ließ sie mir genug Zeit um sie zu fotografieren. Bei dem Exemplar handelte es sich um ein Weibchen, denn wie die anderen Bilder in der Galerie besser erkennen lassen, weist es nur sechs Bauchsegmente (sogenannte Sternite) auf. Männchen haben hingegen acht - hier nachzulesen. Die Gottesanbeterin hat zusätzlich eine interessante Fähigkeit. Sie kann bei jeder Häutung ihre Farbe ändern. So passt sie sich an die unterschiedlichen Lebensräume an. Allerdings ist ihre Auswahl auf grün oder wie in diesem Fall braun beschränkt.



Kleine Fangschrecke

Neben der mantis religiosa hatte ich das Glück sogar noch eine weitere Fangschreckenart vor die Linse zu bekommen. Die sogenannte Kleine Fangschrecke. Diese ist nur einige wenige Zentimeter groß und hätte sie sich nicht bewegt, hätte ich sie sicherlich für ein verwelktes Blatt gehalten. Auch sie hielt für ein paar Fotos inne, bevor sie sich langsam vom Acker machte und im Gestrüpp verschwand.




Geckos und Eidechsen der Insel

unser Untermieter - maurischer Gecko

Am zweiten Abend besuchte uns ein urzeitlich anmutender Gast in unserem Bungalow. Er blieb fast eine Woche bei uns, bis ich ihn leider vor die Tür setzen musste, da er Anstalten machte sich in unseren Koffern einzunisten. Da ich ihn aber auf keinen Fall mitnehmen wollte - ihm würde die Kälte in Deutschland sicher nicht gut tun - musste ich ihn ein paar Tage vor unserer Abreise leider rauswerfen, was mir immer noch ein schlechtes Gewissen bereitet. Es handelte sich hierbei um einen maurischen Wandgecko, der gerne menschliche Behausungen aufsucht, um dort Nahrung und einen Unterschlupf zu finden. Das Bild ist ein Stack und besteht aus ca. 40 Einzelbildern und ist somit sehr detailreich.



westliche Riesensmaragdeidechse

Eine Art, die ich unbedingt sehen und fotografieren wollte, war die westliche Riesensmaragdeidechse, eine der größten Eidechsenart in Europa. Sie kann über 50 cm lang werden. Die adulten Tiere sind grün gefärbt, die Jungtiere bräunlich-gelb. Gleich zu Anfang konnten wir sie zwar kurz am Parkplatz unseres Hotels erblicken, doch dabei blieb es erstmal. Erst an einem der letzten Tage führte unsere Wanderung durch ein Areal, wo wir auf drei Exemplare stießen. Leider waren sie sehr scheu und man sah sie immer nur kurz, da sie schon auf 10 Meter Entfernung die Flucht ergriffen und sich ins Dickicht zurückzogen. So konnte ich sie nicht wirklich gut ablichten. Am nächsten Tag hatte ich mehr Zeit und suchte die Stellen noch einmal auf, doch es war sehr windig und bewölkt - kein Eidechsenwetter. So blieb es leider bei dieser Aufnahme.



Ein paar weitere Eindrücke von Kreta